LWL-Akademie für Forensische Psychiatrie

 
 

 

3. Fachtagung Maßregelvollzug und Sucht

am 17 und 18. Mai 2017 in der LWL-Klinik Dortmund

Zwangsheilung oder heilender Zwang?

Die Unterbringung suchtkranker Rechtsbrecher gem. § 64 StGB ist nicht nur von vornherein zeitlich befristet, sie setzt auch voraus, dass die Behandlung ein Mindestmaß an Erfolg verspricht - unabhängig davon, ob sich der Patient selbst zum Behandlungsbeginn motiviert zeigt. Gerade letzteres erweist sich in der Praxis oft als Problem: Nur wenige Patienten nehmen die zwangsweise Unterbringung als den rettenden Ausweg aus einer durch Abhängigkeit und Suchtmittelmissbrauch gekennzeichneten Lebenssituation wahr. Häufiger begegnen wir Patienten, die nach langen, oft kriminell geprägten Biographien fest in kriminelle und drogenaffine Milieus eingebunden sind. Sie sehen die Maßregel als vermeintlich kleineres Übel im Vergleich zu einer Haftstrafe an. Droht keine zusätzlich verhängte lange Freiheitsstrafe im Hintergrund, dann scheint das bloße Abwarten des Endes der Unterbringung nicht selten als der bequemere Weg: Spätestens wenn deutlich wird, dass die Behandlung keine Aussicht auf Erfolg verspricht, endet die Unterbringung - und mit der Entlassung beginnt der Zirkel aus Sucht, Delinquenz und Sanktion meistens erneut.

Kann ein zwangsweise untergebrachter Patient dazu motiviert werden, den mühsamen Weg der therapeutischen Auseinandersetzung mit der eigenen (Sucht-)Problematik hin zu einem selbstbestimmten und straffreien Leben in der Gesellschaft zu wählen? Welche Hindernisse liegen auf diesem Weg, sei es im Patienten selbst, sei es auf Seiten der Behandelnden oder sei es in der Gesellschaft, die den Patienten nach seiner Entlassung nur selten mit offenen Armen aufnimmt?

Die dritte Fachtagung „Maßregelvollzug und Sucht“ widmet sich diesen Fragestellungen: Zwangsheilung oder heilender Zwang? Sie wurde wieder in Kooperation der LWL-Akademie für Forensische Psychiatrie mit den Maßregelvollzugseinrichtungen in Trägerschaft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und der Arbeiterwohlfahrt (dem AWO-Psychiatriezentrum in Königslutter und den Maßregelvollzugskliniken des Betriebes Suchthilfe der AWO Hagen-Märkischer Kreis) geplant und organisiert.

 

 

Information zu Programm & Teilnahmegebühr     Anmeldeformular

Dr. Bernd Dimmek

LWL-Akademie für Forensische Psychiatrie

c/o LWL-Maßregelvollzugsklinik Herne

D-44649 Herne

Wilhelmstr. 120

Fon: 02325 / 3724-2740

Fax: 02325 / 3724-2119

e-mail: B.Dimmek@lwl.org

 

 

3. Bundeskonferenz der forensisch-psychiatrischen Pflege

am 19./20 Juni 2017 im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern, Dortmund

Gefährlichkeit im Fokus der Forensischen Pflege

Patientenverhalten einschätzen, Handlungsalternativen entwickeln

Mit der 3. Bundeskonferenz der forensisch-psychiatrischen Pflege zum Thema „Gefährlichkeit im Fokus der Forensischen Pflege“ werden die vielfältigen Möglichkeiten aber auch Grenzen pflegerischen Handelns in Bezug auf die Einschätzung und Verminderung von Gefährlichkeit benannt und diskutiert. Anhand folgender Fragen wird eine zukunftsgerichtete Vision für die Forensische Pflege erarbeitet:

  • Welchen Beitrag leisten Pflegende aktuell zur Gefährlichkeitseinschätzung und -reduktion forensischer Patienten?

  • Welche sind die rechtlichen, fachlichen sowie strukturellen Möglichkeiten und Grenzen Pflegender?

  • Welche Rollen, Aufgaben und Tätigkeiten nehmen forensisch Pflegende international wahr?

  • Welche zukünftigen Aufgaben- und Handlungsfelder in der Kriminalprävention ergeben sich daraus für forensisch-psychiatrisch Pflegende?

Anmeldungen sind ab sofort möglich und werden erbeten bis spätestens 29. Mai 2017.

 

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Harald Joachim Kolbe

LWL-Akademie für Forensische Psychiatrie

c/o LWL-Maßregelvollzugsklinik Herne

D-44649 Herne

Wilhelmstr. 120

Fon: 02325 / 3724-2430

Fax: 02325 / 3724-2119

e-mail: H.Kolbe@lwl.org